Neu Wulmstorf und die Region im Fokus

Wo liegt die Zukunft—

Habe eben einen interessanten Artikel in der ZEIT (online) gelesen. Ein Harburger ( hier in der Region) kämpft um seine Zeitung. Wie sieht es bei euch aus? Lest ihr das Neueste im Print oder eher online?

http://www.zeit.de/2014/43/harburger-blatt-journalismus-hamburg-medien

Nun , Peter Noßek ist ein (lieb gemeint) Unikum. Hier in der Region mag man ihn, weil er ist wie er ist. Doch hat sein Kampf Zukunft? Wahrscheinlich hat er sich diese Frage schon selbst hundert Mal gestellt.  Es ist doch so – man liest, was interessiert…und dann wirft man es weg….bzw. klickt es weg. Also wegwerfen oder wegklicken – das ist doch die Frage.

Oder ist das zu hart ausgedrückt? Das Leben ist eben hart …

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5 Antworten

  1. Gute Frage, weil auch bei uns gerade vor einigen Monaten die „Lokalzeitung“, die schon lange einem Verbund angehört, ihre online-Version bezahlpflichtig gemacht hat, um überhaupt überleben zu können.

    Ich bevorzuge nach wie vor die abonnierte Papierversion dieser Lokalzeitung beim Kaffeetrinken, während mein Mann sein SZ-Abo wg. Auslandsaufenthalt auf dem Kindle liest, woran ich dann auch noch partizipieren kann.
    Da ist es tatsächlich mal sinnvoll, denn virtuell gibt es weniger Altpapier von den großen Tageszeitungen, von denen wochentags in der konservativen Version doch oft nur ein Bruchteil gelesen wird.

    Menschen, die sich für Lokalblätter engagieren, werden vielleicht öfters so donquixoterisch empfunden, aber gut, dass es sie und die Vielfalt noch gibt.

    Manchmal kann ein Abo von einem „Käseblättchen“ (egal ob Papier- oder Digitalversion) durchaus in eine Reihe zu stellen sein mit den jetzt in der Voradventszeit wieder massenhaft uns überspülenden Spendenaufrufen für bedrohte X Sachen sonstwo und der Blick vor die eigenen Füße kann ausnahmsweise mal Weitblick bedeuten, denn was nützen uns die zahlreichen Katastrophennachrichten aus aller Welt oder zumindest nur der nächsten Millionenstadt bei der nächsten Gemeinderatswahl auf dem unspektakulären Land, wo Leute über unsere Schulen, Kindergärten, Altenpflegeeinrichtungen, Straßen, Bebauungspläne, Winterräumdienst-Kürzungen, Verkehrsmitteleinstellungen im öffentlichen Nahverkehr u.v.a. abstimmen werden, über deren Tun und Lassen wir nichts mehr zu lesen bekommen?

    November 3, 2014 um 11:16

  2. Nun, eben gerade über Lokales gibt es mittlerweile für beinahe jedes Dörflein eine Website. Mittlerweile bin ich ja wieder im Print sowie auch in anderen Medien involviert und habe somit einen Vergleich. Natürlich erscheinen die Wochenblätter, wie der Name schon sagt, wöchentlich. Das ist oft die Aktualität hin. Dazu kommt der Preis. Ist der Mensch bereit für nicht Aktuelles auf Dauer zu zahlen? ja? …vielleicht aus „romantischen“ Gründen? Stirbt dies langfristig aus? Vieles wird online sowie im Print aus Anzeigen finanziert. Da spielt der Preis eine große Rolle. Immer noch sind Anzeigen in Zeitungen teuer. Online sind sie – zumindest hier in der Region – wesentlich günstiger. Und ein Klick. Einfach einfach. Ich bin FÜR den Print, sehe aber auch, dass einige Blätter sich keine Mühe mehr geben. Langweilig dahingeworfene „redaktionelle“ Beiträge und schlecht recherchierte Nachrichten prägen die Blätter. Vorgefertigte Pressemitteilungen und Unmengen an Anzeigen füllen 5 Seiten. Fälle für die Blaue Tonne. Peter Noßek macht sein eigenes orginelles „Ding“. Doch mit so viel Herzblut agieren die wenigsten. Leider…

    November 3, 2014 um 11:37

  3. Ich glaube,
    – dass die Chefs der Branche gut darin sind, sie schlecht zu reden,
    – dass es immer einen Markt für guten Journalismus gibt, den die Leute gern lesen und anschauen,
    – dass die allgemeine Preisschraube nach unten es Freelancern sehr schwer macht, von ihrer Arbeit zu leben und eine Kostenlosmentalität zur ansteckenden Krankheit hat werden lassen,
    – dass die Möglichkeiten des Netzes dabei helfen können, auch kleine Printprojekte neu anzufangen – nur eben nicht allein! Das macht einen auch heute noch tot, sowohl wirtschaftlich als auch menschlich.

    Wie mache ich es? Meien Arbeit kostet Geld. Wer sie umsonst will, muss technische Einschränkungen akzeptieren. „Kannst Du nicht mal für die Website Dingsbums was schreiben?“ -„Nein, nicht wirklich: Sie wollen ja nicht dafür bezahlen!“

    Schlimm ist, dass auch Musiker und bildende Künstler sich nur noch sehr mühsam von ihrer Arbeit ernähren können – aus ähnlichen Gründen.

    November 3, 2014 um 21:53

  4. Moin Tina.
    Ich kenne auch einen „Peter Noßek“ in meiner alten Heimat. Ich habe immer wieder mal für ihn gearbeitet, d. h. unterstützt, und durfte so einen Einblick in das Tagesgeschäft eines freien Journalisten gewinnen. Ein schwieriges Geschäft ….
    Der Spiegel, die Online-Ausgabe, hat dem Thema im letzten Jahr eine Artikelreihe gewidmet: „2020 – Die Zeitungsdebatte“, nachzulesen unter
    http://www.spiegel.de/thema/2020_die_zeitungsdebatte/
    Als Ergebnis fasse ich zusammen, dass wir als Gesellschaft durch unser Leseverhalten dafür sorgen, dass es viele Print-Zeitungen schon nicht mehr gibt, oder bald nicht mehr geben wird.
    Aber es sind nicht nur die kleinen Verlage / Zeitungen, die zu kämpfen haben, auch ehemals auflagenstarke Zeitungen wurden mittlerweile zu Grabe getragen, wie z. B. die Frankfurter Rundschau und die Financial Times Deutschland:
    http://sven2204.wordpress.com/2012/11/24/geklaut-ich-bin-verwirrt/
    Wo die Zukunft liegt? Ich weiß es nicht. Ich glaube im Online-Angebot. Online, finanziert durch Werbung. Denn Seiten, auf denen bezahlt werden muss um einzelne Artikel lesen zu können (z. B. Lübecker Nachrichten), werden weniger angeklickt und damit werden sie für Werbung weniger attraktiv. Daneben wird es sicher noch etablierte Zeitungen wie den Spiegel, usw., in Papierform geben. Allein die Wartezimmer der Ärzte usw. wollen ja bestückt werden 😉
    Viele Grüße von der Ostsee

    November 4, 2014 um 07:13

  5. Ich lese inzwischen Zeitungen/Zeitschriften in drei Formen: klassisch auf Papier (v. a. das Lokalblatt, abonniert), online (auch teils im Abo) und als epub-Dateien auf dem E-Book-Reader (aber nicht Kindle).
    Ich mag das Nebeneinander – besser: das Sich-Ergänzen – aller dieser Lesevarianten.
    Wo meine Lesezukunft und die Zukunft der Presse liegt, kann ich aber auch nicht sagen.
    Ich wünsche mir, dass Print- und Online-Presse noch lange möglichst gemeinsam existieren.
    Viele Grüße,
    Christoph

    November 7, 2014 um 00:28

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